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Rechtzeitiger Check schützt vor bösen Überraschungen

NV-Bescheinigung unter der Lupe


Immer mehr Rentner beantragen beim Finanzamt eine Nicht-Veranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung). Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Bei einer Abweichung des zu versteuernden Einkommen von der Vorausberechnung in der NV-Bescheinigung nach oben, oder bei Änderungen in der Veranlagungsart durch Tod eines Ehepartners, ist gegebenenfalls eine Steuererklärung einzureichen.
Deshalb nehmen Finanzämter derzeit auch NV-Bescheinigungen unter die Lupe.
Die Ausstellung einer NV-Bescheinigung ist kein Freibrief.
Mit der Unterschrift unter den Antrag hat der Antragsteller erklärt: „Mir ist bekannt, dass ich verpflichtet bin, die ausgestellte NV-Bescheinigung zurückzugeben, wenn die Voraussetzungen für ihre Erteilung weggefallen sind.“
Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen in den kommenden Jahren den Grundfreibetrag von 8.472,-- € / 16.944,-- € (2015) bzw. 8.652,-- €/17.304,-- € (2016)   (ledig oder verwitwet / verheiratet) übersteigt. Rentner sollten ihr zu versteuerndes Einkommen auch bei Vorliegen einer
NV-Bescheinigung einmal im Jahr prüfen. Hilfe können dabei Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerberater leisten.

Die Finanzämter suchen derzeit gezielt nach Sündern. Möglich ist dies, weil viele Einkünfte per Gesetz an die Finanzverwaltung zu melden sind: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Einkünfte aus Renten, Kapitalerträge aus Geldanlagen und andere Einkünfte. Gleichzeitig wird dem Bundeszentralamt für Steuern mitgeteilt, wenn wegen eine NV-Bescheinigung keine Abgeltungssteuer einbehalten wurde.
Stellt das Finanzamt fest, dass die Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigen, kann es innerhalb der Sieben-Jahresfrist Steuerbescheide erlassen bzw. zur Abgabe einer Erklärung auffordern. Im Jahr 2015 könne noch Besteuerungszeiträume bis 2008 aufgegriffen werden.

Worauf bei der elektronischen Lohnsteuerkarte zu achten ist

Die Papier-Lohnsteuerkarte hat ausgedient und wurde im Jahr 2013 durch die Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) ersetzt. Bei den ELStAM handelt es sich um jene Informationen, die bisher auf der Lohnsteuerkarte eingetragen waren.
Mit Beginn einer neuen Beschäftigung müssen Sie zukünftig Ihrem Arbeitgeber nur noch Geburtsdatum und Identifikationsnummer angeben sowie mitteilen, ob es sich bei Ihrer Tätigkeit um eine Haupt- oder nebenberufliche Tätigkeit handelt.
Steuerlich bedeutsame Änderungen in ihren persönlichen Verhältnissen, z. B. Heirat oder Geburt eines Kindes werden nach ihrer Eintragung im Melderegister automatisch in den ELStAM hinterlegt.
Die Arbeitgeber werden künftig monatlich die für den Lohnsteuerabzug bedeutsamen Daten durch einen elektronischen Abgleich mit dem ELStAM der Finanzverwaltung berücksichtigen. Spätestens mit dem Einstieg verlieren die Eintragungen auf der alten Lohnsteuerkarte von 2010 bzw. Ersatzbescheinigung ihre Gültigkeit. Antragsgebundene Eintragungen und Freibeträge zur Lohnsteuerermäßigung beispielsweise für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen müssen neu beantragt werden. Auch bei volljährigen Kindern sind die Freibeträge und für Alleinerziehende mit volljährigen Kindern außerdem die Steuerklasse II neu einzutragen. Ehegatten, die bisher die Steuerklasse IV mit Faktor gewählt haben, müssen diesen ebenfalls neu beantragen. Lediglich Freibeträge für Behinderten- und Hinterbliebenenpauschbeträge sind in der ELStAM bereits enthalten.
Wer die gespeicherten ELStAM nicht prüft und es versäumt, rechtzeitig die entsprechenden Anträge zu stellen, muss nach dem Einstieg des Arbeitgebers in das Verfahren mit fehlerhaften Lohnsteuerabzugsbeträgen rechnen. Zuständig für Anträge zur Einsicht,Korrektur oder Änderung der ELStAM ist das Wohnsitzfinanzamt. Die Einsicht ist auch im Internet über das Elster-Portal www.elsteronline.de möglich. Das erfordert eine vorherige unkomplizierte Registrierung.
Mitglieder von Lohnsteuerhilfevereinen können sich zu Fragen und Hilfeleistungen an ihre örtliche Beratungsstelle wenden.

 

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